Problemlösung: Feuchte Kellerwand

Fall1:
Seitlich eindringendes Wasser bei zugänglicher Außenwand:

Außenwand aufgraben, mit Hochdruckreiniger säubern, grundieren (mit spezieller Grundierung, passend verdünnt, oder mit Dickbeschichtung als Kratzspachtelung), Dickbeschichtung auftragen, Styroporplatten dagegenkleben, ggf. Noppenbahn zum Verfüllschutz dagegenkleben. Bei Verwendung mineralischer Dickbeschichtung gibt es nach oben zum Putz kein Anschlussproblem, da sie überputzbar ist. Danach noch eine Dränageschlange im Kiesbett mit Dränagevlies umpackt um das Haus herumführen.

Fall 2:
Seitlich eindringendes Wasser bei nicht zugänglicher Außenwand:

Bei nicht zu nasser Wand diese mit einem Besen abkratzen, grundieren und mineralische Dickbeschichtung auftragen. Es kann auch mit kapillarpassiv eingestellter Reparaturspachtelmasse wie z. B. Sopro RAM 3 verputzt werden. Die Fläche muss großzügig bemessen werden, da das abgesperrte Wasser zu neuen Austrittsflächen drängt. Bei zu nasser Wand diese mit einem Besen abkratzen, grundieren und Sanierputz auftragen für eine geregelte Feuchtigkeitsabgabe. Der Sanierputz muss nach Jahren wieder entfernt und von Neuem aufgebracht werden, wenn er mit eindringenden Salzen gesättigt ist. Es kann auch innen vor die betroffene Wand eine zweite Wand aus Silikatplatten (z. B. von Redstone) oder mit Gipskartonständerwänden erstellt werden.

Dies ist aus vier Gründen schwierig:
1) Raumverlust
2) Integration vorhandener Türen und Fenster
3) Abdichtungsthematik bei Gipskartonplatten
4) hoher Gesamtpreis.

Fall 3:
Aufsteigendes Wasser:

In die Wand eine horizontale Sperre einbringen mit Injektion von Verkieselung gemäß den Verarbeitungsvorschriften (45° nach unten geneigte Bohrung durch 2/3 des Mauerwerks in zwei Reihen, Abstände wahren, zumindest eine Lagerfuge muss getroffen werden). Die Verkieselung muss im Verlauf einiger Wochen in die Trichter immer wieder nachgefüllt werden. Diese dürfen sich nicht trockenlaufen. Eine Alternative dazu ist das einmalige Verspritzen von Silan. Dies erfordert keine Revision, dauert aber länger bis es sich verteilt hat und die Mauer horizontal abdichtet. Bei Mauerwerk mit größeren Hohlräumen müssen diese in der zu sperrenden Schicht zunächst mit geeignetem Material, z. B. Sopro Bohrlochsperre, ausgefüllt werden. Silanverspritzen ist auf Grund des Entfalls der Revision ideal für Bauunternehmer, funktioniert aber nur in mäßig feuchten Wänden, da sonst das Wasser nicht mehr vom Silan verdrängt kann und es sich somit nicht weiter ausbreitet.

Begleitmaßnahmen für Fälle 1 bis 3:

Lufttrockner laufen lassen, Raum heizen, lüften. Die Trocknung einer Mauer kann ein halbes Jahr dauern. Gasbeton z. B. kann gut Wasser aufnehmen und schlecht abgeben. In manchen Fällen muss erst mittels Kernbohrung im betroffenen Mauerwerk festgestellt werden woher das Wasser kommt. Ist es aufsteigend, eindringend, Kondenswasser oder kommt es von hydroskopisch (wasserziehenden) wirkenden Salzen.

Fall 4:
Kondenswasser:

Die Außenmauer muss nachgedämmt werden, damit sich das Wasser aus der warmen Raumluft nicht niederschlägt. Dies erfolgt idealerweise von Außen (z. B. durch Styroporperimeterdämmung) oder von Innen. Hier ist die Verlagerung des Taupunkts zu beachten.

Grundsätzlich:

  1. Mauern, auf die Dickbeschichtung aufgetragen werden soll, müssen eben, staubfrei, sauber und trocken sein.
  2. Zementputz ist keine Abdichtung gegen Wasser.
  3. Schadhafter Putz oder schadhafte Abdichtung muss bei Sanierungsarbeiten großzügig entfernt werden.
  4. Gegen Wasser Abdichten funktioniert im Außenbereich mit allen Dickbeschichtungen, mit starrer und flexibler Dichtungsschlämme und mit kapillarpassivem Reparaturmörtel. Im Innenbereich ist die Dickbeschichtung auf die mineralische Variante zu beschränken.
  5. Weiße Ausblühungen werden durch hydroskopisch wirkende Salze (Sulfate, Nitrate, Chloride und Carbonate) hervorgerufen. Gerade für Mauern im Außenbereich ist zu beachten, dass Trasszement nur ausblühungsärmer ist. Flache Mauersteine werden idealerweise mit dafür vorgesehenem Baukleber (z. B. Beko Tackcon) geklebt, zur Verbesserung des Halts und für den Fall, dass rückseitig keine Abdichtung erstellbar ist. Abdichtungen mit Silikonfugen helfen in manchen Fällen (z. B. Treppenbau) Ausblühungen zu vermeiden.